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Merkmale betrieblicher Software

Für den Bereich der Stückgutfertigung will dieser Artikel die verschiedenen Merkmale beschreiben. Es besteht aus insgesamt 12 verschiedenen einzelnen Merkmalen, die wiederum in insgesamt vier Gruppen zusammengefasst werden. Diese Gruppenmerkmale werden Abwicklungsstufen genannt. Gleiche Ausprägungen der einzelnen Merkmale in den einzelnen Stufen werden als Auftragsfamilien verstanden, da sich die Unternehmen, die einer solcher Familie angehören, gleichen und ein weitestgehend ähnliches Prozessmodell benötigen.

Für die Darstellung der verschiedenen Merkmale, mit denen ein Unternehmen aus dem Bereich der Stückgutfertigung beschrieben werden kann, sollten eine Reihe von Kriterien erfüllt sein. Sie sorgen dafür, dass tatsächlich vergleichbare Merkmale ausgewählt werden und diese auch relevant für die untersuchte Unternehmensgruppe ist.

Vorgehen

Folgende Kriterien müssen für die Merkmale gelten:

  • Ein Merkmal muss so wichtig sein, dass es einen Einfluss auf die Anforderungsermittlung und die Ableitung von Vorschlägen haben kann, um ein ganzheitliches PPS-System einzurichten.
  • Ein Merkmal muss von seiner Natur her den Fokus auf die Auftragsabwicklung besitzen.
  • Ein Merkmal muss objektivierbar sein und sollte von seiner Ausprägung her möglichst genau erfasst werden können.
  • Ein Merkmal muss es erlauben, seien Ausprägungen mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand erfasst werden zu können.

Als Gruppen, in denen die einzelnen Merkmale eingeordnet werden können, lassen sich die folgenden vier nennen:

  • Wie wird ein Auftrag eingeleitet? Was ist der Grund für seine Auslösung?
  • Wie sind die Erzeugnisse beschaffen? Welche Struktur und welchen Umfang haben sie?
  • Welche Maßnahmen werden zur Disposition und Organisation der Auftragsabwicklung ergriffen?
  • Wie werden die Erzeugnisse hergestellt? Wie wird der Auftrag ausgeführt?

Übersicht

Die nachfolgende Abbildung enthält eine Übersicht der verschiedenen Abwicklungsstufen und der ihnen zugeordneten Merkmale.

pps prozesse

Initialmerkmal

Die erste Ausprägungsstufe beschreibt die Art und Weise, wie ein Auftrag zur Produktion ausgelöst wird. Hier gibt es keine Unterteilung in viele Merkmale, sondern nur ein einziges, das eine Reihe von unterschiedlichen Ausprägungen besitzt. Sie führen später zu sehr unterschiedlichen Unternehmens- und Prozessstrukturen.

Auslösungsart des Auftrags

Dieses Merkmal beschreibt, wie die Produktion an den Absatzmarkt gebunden ist. Ein Primärauftrag kann durch einen konkreten Kundenauftrag genauso ausgelöst werden wie durch eine Absatzerwartungen, die anhand von Marktstudien entwickelt wurden. Häufig ist hier auch eine Kombination beider Möglichkeiten zu sehen. Das heißt, dass eine Produktion auf Bestellung oder aufgrund von Rahmenverträgen einher geht mit einer Produktion auf Lager für anonyme Kundschaft. In diesem Bereich kann man sich zudem vorstellen, dass nicht vollständige Teile produziert werden, sondern dass eine kundenanonyme Vorproduktion mit einer kundenauftragsbezogenen Endproduktion zusammen trifft.

Erzeugnismerkmale

Die zweite Ausprägungsstufe konzentriert sich darauf, wie die Erzeugnisse konstruiert und hergestellt werden, um welche Art von Erzeugnissen es sich handelt und welche Bedingungen für ihre Produktion sowie den organisatorischen Aufwand ihrer Herstellung gelten müssen.

Spektrum der Erzeugnisse

Erzeugnisse können in ihrer Gesamtheit ein sehr unterschiedlich großes Spektrum an verschiedenen ähnlichen Produkten umfassen. Dies lässt sich auch mit einer unterschiedlichen Ausprägung von organisatorischem Aufwand verstehen, der notwendig ist, um einen Kundenauftrag zu erfüllen. Je geringer der Standardisierungsgrad der Erzeugnisse und damit ihrer Konstruktion ist, desto größer ist dieser Aufwand. Daher beschreibt das Merkmal Erzeugnisspektrum genau diesen Standardisierungsgrad der Erzeugnisse und damit indirekt auch den Einfluss von Kunden auf die Konstruktion und Produktion. Die beiden Extremfälle markieren die vollständige Neuentwicklung pro Kundenauftrag und die absolut standardisierte Produktion von Kompletterzeugnissen. Dazwischen liegen viele Varianten, die einen mehr oder minder großen Anteil von Standardkomponenten besitzen.

Struktur der Erzeugnisse

Das Merkmal Erzeugnisstruktur beschreibt, wie die Erzeugnis tatsächlich von ihrer Konstruktion her aufgebaut sind. Dies lässt sich in den Dimensionen Strukturtiefe und Strukturbreite messen. Dabei bezeichnet die Strukturtiefe wiederum, wie viele Konstruktionsstufen notwendig sind, um ein Produkt herzustellen. Strukturbreite hingegen bezeichnet die Anzahl der Stücklistenproduktionen.

Fertigungsmerkmale

Die dritte Ausprägungsstufe beschreibt, wie der Bedarf gedeckt und vorgehalten wird. Die Bedarfsermittlung erfolgt dabei für Primär- und Sekundärkomponenten sowie für eigen- und fremdbeschaffte Erzeugnisse. Die Vorhaltung meint das Lagerwesen und die anteilige Verteilung der bevorrateten zugekauften oder produzierten Erzeugnissen.

Ermittlung des Erzeugnis-/Komponentenbedarfs

Dieses Merkmal beschreibt, wie die Bedarfe für die Produktion ermittelt werden und ermittelt, auf welcher Strukturstufe diese Bedarfsermittlung angesiedelt ist. Diese Bedarfsermittlung wird unter Unsicherheit getroffen, da sie einerseits bedarfsorientiert auf Basis von feststehenden Aufträgen und damit auf der Erzeugnisebene stattfindet, da sie andererseits allerdings auch erwartungsorientiert auf Komponentenebene (zentrale Baugruppenebenen) stattfindet. Wenn Absatzprognosen genutzt werden und damit für einen anonymen Markt produziert wird, dann wird auch der Bedarf an Standardkomponenten erwartungsorientiert ermittelt.

Auslösung des Sekundärbedarfs

Für die Produktion gibt es einen bestimmten Anteil an Sekundärkomponenten, die den Sekundärbedarf bilden, welche für den Primärbedarf und damit für die Primärkomponenten notwendig ist. Sofern eine auftragsorientierte Auslösung stattfindet, wird dieser Sekundärbedarf separat pro Auftrag ausgelöst. Bei einer periodenorientiert Auslösung sammelt den Bedarf über eine festgelegte Periode.

Beschaffungsart

Das Merkmal der Beschaffungsart konzentriert sich auf das Bestellwesen des Unternehmens. Es erfasst, wie groß der Anteil der fremdbezogenen Bedarfspositionen ist.

Bevorratung

Die Bevorratung erfasst, wie groß der Anteil der bevorrateten Bedarfspositionen in den Bereichen Eigen-/Fremdfertigung und Zukauf ist. Die möglichen Werte reichen von keine oder völlig unbedeutende Bevorratung bis hin zur Bevorratung vollständiger Erzeugnisse.

Dispositionsmerkmale

Fertigungsart

Mit dem Merkmal Fertigungsart lässt sich beschreiben, wie groß die Leistungswiederholung im Produktionsprozess ist, d.h. wie hoch die durchschnittliche Auflagenhöhe bei der Erzeugnisproduktion und die Häufigkeit der Wiederholung von Auflagen pro Jahr ist. Die lässt sich dann in die Kategorien Einmalfertigung, Einzel- und Kleinserienfertigung, Serienfertigung sowie Massenfertigung einordnen

Ablaufart in der Teilefertigung

Die Art und Weise, wie die Fertigung organisiert ist, lässt sich mit diesem Merkmal abbilden. Es erfasst, wie die räumlichen Zuordnungen von Fertigungsmitteln sowie die Transportbeziehungen strukturiert sind. Dabei kann man die typischen Zustände in vier Kategorien einordnen: Werkstattfertigung, Inselfertigung, Reihenfertigung oder Fließfertigung.

Ablaufart in der Montage

Dieses Merkmal beschreibt, wie die Montage organisiert wird. Dies erfolgt anhand von zwei Kriterien: Bewegungsablauf von Montageobjekten und Arbeitsteilungsgrad. Dies bringt insgesamt vier grundsätzliche Organisationsformen hervor: Baustellenmontage, Gruppenmontage, Reihenmontage und Fließmontage.

Fertigungsstruktur

Die Fertigungsstruktur charakterisiert, wie viele Arbeitsvorgänge und Montageabschnitte aufeinander folgen. Der Strukturierungsgrad nimmt dabei mit steigender Anzahl an Vorgängen und Abschnitten zu.

Kundenänderungseinflüsse während der Fertigung

In vielen Fällen können verspätet eintreffende Kundenwünsche noch während der Fertigung für Änderungen an den individuellen Teilen der Erzeugnisse hervorrufen. Dies wirkt sich auf den Fertigungsprozess für das Erzeugnis aus und kann auch angrenzende Aufträge organisatorisch belasten. Dieses Merkmal lässt sich messen, indem der Umfang und die Anzahl von solchen verspäteten Änderungen erfasst werden.

Unterstützung durch die Comelio GmbH

Die Comelio GmbH unterstützt mittelständische Unternehmen bei der Beurteilung und Reorganisation ihrer Produktionsprozesse, um sie mit einer Software für die Produktionssteuerung zu erfassen und abbilden zu können. Dabei sollen auf Basis von typischen Produktionsprozessen die individuellen Bedingungen des Kunden ebenfalls berücksichtigt werden, die auf der Basis eines Standard-PPS-Systems nachträglich abgebildet werden. Die Erfassung der betrieblichen Gegebenheiten ist dabei eine zentrale erste Phase jedes Software- und Beratungsprojekts im Bereich Produktionsplanung und –steuerung.