Projektphasen

In einem nächsten Schritt muss es nun in jedem XMLEntwicklungsprojekt darum gehen, welche Datenstrukturen vorhanden sind. Dazu zählen folgende Teilbereiche:

Identifikation

Die anfallenden Elemente und ihre evtl. vorhandenen Schattierungen (Attribute), also die atomaren Bestandteile der Datenströme, müssen erkannt und klar festgelegt werden. Dazu zählt in einem ersten Schritt, überhaupt zu erkennen, welche Daten in allen oder einzelnen Situationen anfallen, oder ob es Situationen in Anwendungen oder Verarbeitungsprozessen gibt, die unterschiedliche Teilbereiche von Datenströmen benötigen und verarbeiten.

Charakterisierung

Ihre Datentypen, möglichen Inhalte sowie eindeutige Namen und Kategorisierungen müssen beschrieben werden. Normalerweise sollten die Daten in einer atomisierten Form vorliegen, das heißt, in einer so kleinstrukturierten Form, dass weitere Unterteilungen nicht mehr möglich sind, sofern man nicht in Silben oder Buchstaben unterteilen würde. Dies gilt für gewöhnlich auch für den Datenbankeinsatz, da auch hier die Daten in einer atomisierten Form vorliegen sollten, um eine gute Speicherung und effektive Such und Verarbeitungsalgorithmen zu gewährleisten.

Verflechtung

Zusätzlich müssen die Beziehungen, in denen die Daten zueinander stehen, und ihre Abhängigkeiten untereinander beschrieben und verstanden werden. Die Elemente der Datenströme können in Abhängigkeit vom anwendungsspezifischen Kontext oder aufgrund von datenimmanenten Gegebenheiten mit unterschiedlicher Häufigkeit (mehrfach, gar nicht, einmal) auftreten.

Entwicklung

Nach den Analysearbeiten steht die Entwicklung der Regelstrukturen an. Dabei geht es noch nicht notwendigerweise um die Entwicklung der eigentlichen Anwendung bzw. die konkrete Verwendung der Regel und Instanzdokumente im durchzuführenden Projekt. Vielmehr handelt es sich bei der Entwicklung von SchemaDokumenten ebenfalls um einen analytischen Teilbereich oder eine Vorarbeit für die eigentliche Entwicklung einer Applikation.

Validierung

Zum Schluss sollte – gerade bei größeren Projekten bzw. Projekten, in denen große Mengen an Datenströmen verwaltet werden, die Datenmengen erheblich und vielgestaltig sind oder in denen eine besondere Qualitätssicherung sowie eine nachhaltige und zukunftstaugliche Entwicklung gefordert wird – in einem letzten Schritt eine Kontrolle und Validierung stattfinden. Dies kann durch eine Prototypentwicklung oder durch die Verwendung der auf dem Regeldokument basierenden Instanzdokumente in einem vorhandenen Prototyp, der um die XMLFähigkeiten erweitert wird, oder ganz einfach mit vorhandenen Daten geschehen.

 

In einem letzten Schritt bzw. in der nächsten Phase des Software-Entwicklungsprozesses steht die Entwicklung der eigentlich geplanten Anwendung auf dem Zeitplan. Aus XMLPerspektive ergibt sich nun bereits eine längere Testphase, in der ungünstige Strukturen, nicht beachtete Sonderfälle oder ungewöhnliche Realdatengegebenheiten mit dem Regeldokument kollidieren. Durch derartige Rückmeldungen aus dem weiteren Entwicklungsverlauf lassen sich dann iterativ Veränderungen ableiten, die schließlich zum theoretisch korrekten Regeldokument führen. Des Weiteren werden nun auf der Basis des vorhandenen Schema-Dokuments weitere XML-Technologien angewandt wie z.B. die Transformation mit XSL oder XSL-FO (Umwandlung in Druckdateien wie PDF ).

Projektphasen bei XMLEinsatz