Dieser Artikel zeigt übersichtsartig die verschiedenen Syntax-Bereiche von OWL. Es sind einige Ähnlichkeiten mit RDF Schema zu erkennen, da sich OWL als Erweiterung zu RDF Schema versteht. Insbesondere an den verschiedenen vorhandenen Elementen fällt deutlich auf, wie umfassend Ontologien abgebildet werden können.
Im Vergleich zu RDF und RDF Schema stellt OWL (Ontology Web Language) die zukunftsträchtige und entscheidende Alternative dar. Dieser Übersichtsartikel informiert über die verschiedenen Zielsetzungen, die Grundkonzeptionen sowie allgemeine Design-Prinzipien, welche bei OWL berücksichtigt wurden bzw. in der Syntax integriert sind. Dabei sieht man auch verschiedene Einsatzbereiche oder besondere Stärken, die sich durch den OWL-Einsatz ergeben.
Das W3C ist zurzeit damit beschäftigt, ebenfalls eine Möglichkeit zu schaffen, Ontologien in XML-Form zu erstellen. Die Einschränkungen, welche durch die RDF-Syntax bzw. die gesamte RDF-Konzeption bestehen, wurden erkannt. Gleichzeitig wurde aber auch erkannt, dass mit dem XTM-ISO-Standard eine Konkurrenztechnologie entstanden ist, die zwar eng mit dem W3C-Technologien zusammenhängt, aber letztendlich natürlich nicht vom W3C selbst gepflegt werden kann. Weil jedoch mit RDF zumindest basale ontologische Strukturen umgesetzt werden können, lag es vermutlich nahe, eine Erweiterung für diese Syntax zu planen. Dies soll mit der Web Ontology Language (OWL, wobei sich das Akronym nicht korrekt auflöst), welche Konzepte für die Erstellung von Ontologien in ihrem eigenen Namensraum owl bieten soll. Alle Texte, die für die Darstellung und Bewertung herangezogen werden, liegen nur als Empfehlungen vor, d.h. sind noch keine Standards und stellen daher natürlich auch nicht das endgültige Arbeitsergebnis dar.
Mit der OWL-Syntax soll eine Möglichkeit geschaffen werden, tatsächlich Ontologien zu erstellen. Damit soll das Problem überwunden werden, dass bei RDF und RDF Schema zunächst die Metadatenverwaltung im Vordergrund stand und nachträglich auch erkannt wurde, dass man ontologische Strukturen mit Hilfe dieser Syntax abbilden konnte. Für das W3C stellt sich dabei folgende Definition einer Ontologie als Ziel für die Entwicklung eines geeigneten Standards:
„Classes (general things) in the many domains of interest The relationships that can exist among things The properties (or attributes) those things may have“ [Vgl. W3C, OWL: Use cases, 2004, Abschnitt 1.1 unter http://www.w3.org/TR/webont-req/#onto-def.]
Die grundlegende Zielsetzung, welche dabei verfolgt wird, ist die Entwicklung einer Syntax, mit deren Hilfe sich Ontologien vor allen Dingen maschinenlesbar gestalten und natürlich auch verarbeiten lassen. Gleichzeitig soll über die Verwendung von XML auch der Vorteil genutzt werden können, dass Menschen ein entsprechend aufbereitetes Dokument immer noch selbst lesen und auch verstehen können. Das W3C sieht eine Ontologie als modelliertes Domänenwissen unterschiedlicher Bereiche an, wobei sowohl Taxonomien und Vokabulare als auch Metadaten und logische Theorien von der OWL-Syntax beschrieben werden sollen. Dabei sollen die – wie auch schon weiter oben dargelegt – bedeutungsvolle Beziehungen zwischen Klassen, Objekten und ihren Eigenschaften modelliert werden.
Das W3C weist selbst darauf hin, dass die beiden entwickelten Standards XML Schema und RDF Schema für die Verwendung in diesen Zusammenhängen nicht ausreichend sind:
In einer Analyse über die möglichen Anwendungsfälle finden sich die auch in der allgemeinen Theorie (siehe oben) über den Einsatz von Ontologien ersichtlichen Einsatzbereiche wieder. Zu bemerken ist dabei, dass sich die meisten der vorgestellten und diskutierten Anwendungsfälle auf die Einrichtung des semantischen Internets konzentrieren und weniger eine innerbetriebliche Anwendung fokussieren.
Dieser Abschnitt stellt den Ontologie-Standard des W3C OWL kurz dar, grenzt ihn von anderen Standards zur Dokumentmodellierung wie XML Schema ab und listet verschiedene Zielsetzungen auf, die durch den Einsatz von OWL erreicht werden können. Dadurch erfährt man auch, welche möglichen Einsatzbereiche durch den allgemeinen Einsatz von Ontologien möglich sind, unabhängig davon, welche Syntax zu ihrer Modellierung und Verarbeitung genutzt werden soll.
Die allgemeinen Prinzipien, welche das W3C für die Entwicklung der Syntax bzw. der allgemeinen Konzeption von OWL von Bedeutung waren, lassen sich auf einige Grundaspekte zurückführen. So sind natürlich die Austauschbarkeit und die Übernahme von vorhandenen Ontologien in die OWL-Syntax von besonderer Bedeutung. Dem W3C ist stets daran gelegen, dass sich seine Technologien möglichst weit ausbreiten bzw. vorhandene Technologien, welche teilweise ja auch von großen Mitgliedskonzernen möglicherweise schon verwendet werden, in neue, allgemeine Standards aufgehen können. Ein allgemeines Ziel stellt auch gerade im XML-Bereich die einfache Verwendung bei gleichzeitig hohen Skalierungsmöglichkeiten durch genügend hohe Ausdruckskraft der Syntax dar. Dies soll gleichzeitig die Ausbreitung und die Akzeptanz eines Standards befördern.
Das W3C selbst nennt eine ganze Reihe von speziellen Aspekten:
Da OWL als Erweiterung zu RDF Schema verstanden wird, greift die Syntax auf grundsätzliche Strukturen von RDF Schema zurück und ist ohne diese auch gar nicht für die oben beschriebenen Zwecke nutzbar. Daher muss ein OWL-Dokument notwendigerweise zwei Namensräume besitzen und muss sich die komplette Syntax aus Elementen beider Namensräume – nämlich owl für die reinen OWL-Konstrukte und rdf für die reinen RDF Schema-Konstrukte – rekrutieren
Um eine Ausbreitung der Sprache und eine leichte Verwendung der umfangreichen Syntax zu begleiten und zu strukturieren, schlägt das W3C drei Ebenen der OWL-Syntax vor : OWL Lite enthält eine funktionale Untermenge von OWL, mit deren Hilfe sich grundlegende Datenstrukturen modellieren lassen. OWL DL, wobei DL für „Description Logic“ steht, besitzt dagegen Syntaxstrukturen, mit denen sich Wissen schaffenden Systeme entwickeln lassen. Die vollständige Syntax ist mit dem Begriff OWL Full bezeichnet. Dabei besitzen OWL Full und OWL die gleichen OWL-Konstrukte, unterscheiden sich allerdings in der Verwendung von zulässigen RDF-Strukturen in der Datenmodellierung. OWL Full erlaubt eine vollständige und freie Mischung von RDF und OWL, während OWL DL die zulässigen Kombinationen einschränkt.
[Vgl. W3C, OWL: Overview, 2004, Abschnitt 2.1 unter http://www.w3.org/TR/2004/REC-owl-features-20040210/#s2.1.]
[Vgl. W3C, OWL: Overview, 2004, Abschnitt 2.2 unter http://www.w3.org/TR/2004/REC-owl-features-20040210/#s2.2.]
Die OWL bietet viele Möglichkeiten, Ontologien in XML-Strukturen zu modellieren, aufzubauen und auch auf Gültigkeit zu prüfen, bevor die Verarbeitung dieser Daten einsetzt. Dieser Artikel soll kurz die vorhandene Syntax bewerten und mit anderen Techniken wie RDF Schema oder XTML vegleichen.
Mit der vorgeschlagenen OWL-Syntax scheint eine Technologie zu entstehen, welche für die Beschreibung von Ontologien überaus geeignet sind. Ganz bewusst greift das W3C auf die Grundtechniken von RDF und RDF Schema zurück und erweitert die dort vorhandenen Syntaxstrukturen um weitere Bereiche, die für Ontologien genutzt werden. Dabei entsteht eine Abstufung über fünf Stufen hinweg, die jeweils unterschiedlich komplexe erweiterte bzw. semantische Modellierung erlauben.
Der Nachteil für die Verwendung von OWL liegt natürlich zweifelsfrei darin, dass trotz umfassender Syntaxstrukturen und ausreichend vorhandener Beispiele das gesamte Vokabular noch überhaupt kein Standard ist und zurzeit nur als Empfehlung vorliegt. Dies verhindert einen Einsatz komplett, sodass man feststellen muss, dass außer dem RDF Schema-Standard keine umfassende Möglichkeit vom W3C vorliegt, um Ontologien zu modellieren.
Im Vergleich zu RDF Schema, welches OWL an Ausdruckskraft übertreffen soll, ist tatsächlich eine erhöhte Ausdruckskraft zu bemerken. Dies erstreckt sich insbesondere auf eine Erweiterung der standardisierten Beziehungen zwischen Klassen und individuellen Objekten bzw. Klasseninstanzen. Dabei greift die Syntax auf Konzepte der Mengenlehre zurück und bietet darüber hinaus auch spezielle Syntaxelemente, welche standardisierte Rückschlüsse auf Objekt- bzw. Klasseneigenschaften ermöglichen.
Um Ontologie-Entwicklungsprojekte zu fördern, bietet OWL darüber hinaus wie XML Schema eigene Anmerkungs- und Dokumentationselemente. Neben diesen Strukturen übertrifft es XML Schema syntaktisch im Bereich der Versionierung von Ontologie-Dokumenten. Während in XML Schema solche Informationen als Anmerkung oder in Fremdattributen erfasst werden müssen, besitzt OWL dafür spezialisierte Elemente.
